Gedanken

Trainwreck

Trainwreck

75,6 kg. So viel wiege ich im Moment. Das gibt mir zu denken. Bei einer Größe von 174 cm ist das kein Weltuntergang, entspricht aber so gar nicht dem, was ich gerne hätte. An sich wäre das Gewicht auch kein Problem, wenn da ein großer Muskelanteil dabei wäre. Wenn ich mir mich so ansehe, dürfte das aber nicht der Fall sein. Das Gewicht wird schnell wieder runtergehen. Die letzten Tage waren mit etwas…. nun… „übermäßigem“ Genuss vollgepackt. Deshalb ist der Wert eher temporär.

Dennoch spiegelt es ein ganz grundsätzliches Problem wieder: fehlende Motivation. Noch vor gut zwei Jahren habe ich so regelmäßig Sport gemacht, dass da nicht viel Platz für großartige Fettreserven war. Noch vor gut einem Jahr habe ich abends nach der Arbeit noch an eigenen Projekten gearbeitet. Das mache ich seit ungefähr zwei Monaten so gut wie nicht mehr. Eben nur noch das Nötigste. Sport taucht auch eher sporadisch im täglichen Leben auf.

Meine Motivation bröckelt schon seit geraumer Zeit.

Beruflich frustriert mich, wenn Dinge nicht so schnell gehen, wie ich sie gerne hätte. Es frustriert mich, wenn ich das Gefühl habe, dass Themen nicht mit der Ernsthaftigkeit verfolgt werden, die ihnen zukommen sollte. Es frustriert mich zu merken, dass ich nicht all diese Themen selbst abdecken kann. Es frustriert mich, dass ich trotzdem versuche, die Themen voranzutreiben aber zu wenig Nährboden dafür vorfinde.

Ja, meine Motivation droht komplett zu zerbröseln. Meine Frustration entwickelt sich dabei prächtig und führt zu Lethargie.

75,6 kg… untragbar für mich.

Nein, eigentlich ist es gar nicht so schlimm, wie es sich bisher anhören mag. Es gibt Lichtblicke. Es gibt viel Gutes auf der Arbeit, das eigene Projekt geht voran (wenn auch schleppend) und ich kann mich jetzt fast vollständig auf UX (User Experience) konzentrieren und daran arbeiten, den gesamten UX-Prozess weiter voranzutreiben und weiter zu integrieren und zu verankern. Der Arbeitsaufwand ist enorm und es fällt manchmal schwer, noch noch den Überblick zu bewahren und zu verstehen, welcher nächste Schritt am sinnvollsten ist. Aber es ist eine Herausforderung und die hat mir ja schon länger gefehlt.

Aber alles hängt irgendwie eben auch an meiner Fitness. Ohne Fitness fühle ich mich nicht so gut, fühle mich kraftlos und müde – geradezu antriebslos. Fitness ist wichtig und sollte für jeden wichtig sein. Ein gesunder Körper ist unser aller einziges echtes Kapital. Der Geist dient selbstverständlich als Grundlage für einen gesunden Körper. Wenn man sich so aktuell die braune Gülle (https://youtu.be/aDPOM2oX9yk) anschaut, die heimlich Einzug in die deutsche Gesellschaft erhält, wünscht man sich bei vielen, dass sie wesentlich mehr in ihren Geist investiert hätten.

75,6 kg… das kann so nicht bleiben.

Es ist ja eben nicht das Gewicht, das so störend ist. Das Gewicht ist nur ein Symptom davon, dass ich irgendwie eingeschlafen bin. Ich bin müde, komme morgens nicht mehr raus, habe Probleme mich zu motivieren. Es fällt mir schwer den genauen Grund dafür zu finden. Es werden wohl mehrere sein. Aber da muss sich dringend etwas ändern.

Wieso schreibe ich das hier überhaupt? Ist doch öffentlich und dann weiß jeder Leser plötzlich etwas relativ persönliches über mich. Ja, die Gefahr besteht wohl, dass Leute sich darüber lustig machen oder ihr Bild von mir ändern. So persönlich ist das aber gar nicht. Was ich hier beschreibe ist etwas, das mit Sicherheit viele so oder in ähnlicher Art empfinden, empfunden haben oder noch werden. Zum einen setzt mich dieser Blogpost etwas unter Druck, damit sich etwas ändert. Zum anderen zeigt es doch einfach, dass bei jedem mal die Batterien leer sind – ob nun körperlich, geistig oder beides. Mir persönlich hilft es, solche Dinge auszuformulieren um genauer über ein Thema nachzudenken. Vielleicht sollten das mehr Leute machen. Andere Leute sollten besser gar nichts ins Internet stellen. Aber das ist ein anderes Thema.

Fitness auf Overdrive, Gewicht reduzieren und Drive aufnehmen

Also ab sofort wieder regelmäßig Sport. Das stimmt nicht ganz, da ich schon letzten Mittwoch damit angefangen habe. Aber auf die paar Tage kommt’s jetzt auch nicht an. Nein, das ist keine Neujahrsresolution. Die kann man sich nämlich gepflegt sparen. Es geht hier um eine grundsätzlich Einstellungssache.

Folgendes sieht mein aktueller Trainingsplan vor:

1. Tägliche 5 min Plank Challenge

Täglich für 5 Minuten Planks in unterschiedlichen Variationen durchführen – morgens, abends oder tagsüber ist dabei eigentlich egal. Die Plank Challenge besteht dabei aus folgenden Übungen:

  1.  Up and Down Plank (1 Minute)
  2. Plank Mountain Climber (30 Sekunden je Seite)
  3. Side Planks (30 Sekunden je Seite)
  4. Shoulder Taps (1 Minute im Wechsel)
  5. Superman Plank (1 Minute im Wechsel)

Hört sich erstmal nach nicht viel an, aber man merkt’s. Dabei soll es ja auch nur als tägliche Übung neben dem eigentlichen Training gelten. Und wer andere Planks machen will, kann das auch. Ich wechsel da auch die Übungen, wie sie mir gerade einfallen.

2. DAREBEE Assassin Training

Ja, hört sich erstmal cool an, oder halt völlig überzogen. Aber ich muss sagen, ich bin froh, dass ich über DAREBEE gestolpert bin. Ich finde das Konzept äußerst ansprechend. Darüber hinaus ist alles kostenlos. Über eine Spende freuen sie sich aber trotzdem. Es werden zwar nicht alle Übungen erklärt, aber das finde ich auch nicht wichtig, da man sich Erklärungsvideos immer auch auch Youtube suchen kann., wenn man nicht weiß, wie eine Übung genau durchzuführen ist.

Da ich nun also Gewicht verlieren will, habe ich mir dort das Assassin Training als Workout Plan ausgesucht. Dazu kann man sich dann auf der Seite noch entsprechende Workouts aus diversen Kategorien, wie z.B. HIIT, Combat Training und Strength aussuchen. Auf die Art bleibt das Assassin Training variabel und wird nicht so schnell langweilig.

Das ganze erweitere ich teilweise dann noch um ein paar Kraftübungen, wie beispielsweise Dips oder Push-ups.

Nur der Anfang

Das ist so schon alles schön und gut. Jetzt hoffe ich nur, dass ich das auch so durchziehen kann. Ich halte mir auf jeden Fall offen, Workouts zu schieben, falls es zeitlich oder wieso auch immer nicht geht. Bedeutet aber, dass ich dann einen Tag später wieder ran muss. Außerdem darf ich natürlich nicht jedes Workout verschieben. Aber manchmal passt es eben einfach nicht und da muss man auch realistisch bleiben.

Darüber hinaus werde ich mich morgens jetzt auch wieder früher rausquälen, damit die Tage auch wieder sinnvoller genutzt werden können.

Alles nicht so einfach. Alles nicht optimal. Aber letztlich muss man eben auch was dafür tun, wenn man etwas haben will.

 

Foto von Scott Webb auf Unsplash.com

Soul-searching

Soul-searching

Manchmal bedarf es einfach einer kleinen Auszeit, damit man sich endlich mal die Zeit nimmt, über ein paar Sachen nachzudenken, über die man schon lange hätte nachdenken sollen.

So sitze ich also hier in einer Hotelbar auf Zypern, gerade noch draußen den Sonnenuntergang am Meer betrachtend, und denke darüber nach, wo ich im Moment im Leben bin und wo ich hingehen will.

Ich bin jemand, der sich ständig weiterentwickeln will. Mir werden Sachen relativ schnell langweilig und so suche ich eben immer nach neuen Anreizen, die mich im Leben weiterbringen. Frustriert davon, dass ich auf der Arbeit nicht das Gefühl habe, dass wir uns schnell genug weiterentwickeln und dass es immer noch an Motivation im Team fehlt, stelle ich mir die Frage, wo ich hin will. Bin ich wirklich so gut, wie manche meinen, dass ich bin? Bin ich nicht doch nur eine Art Hochstapler, der bisher das Glück hatte, nicht aufzufallen. Manchmal bin ich mir nicht so sicher. Ich weiß nur, dass ich noch weit von dem Wissensstand entfernt bin, den ich mir wünschen würde und noch unheimlich viel lernen will und muss.

Die Frage ist nur, in welche Richtung will ich mich weiterentwickeln?

Gehe ich meinen aktuellen Pfad weiter? Oder versuche ich einen neuen (wenn auch nicht ganz neuen) Pfad einzuschlagen? Kann ich das überhaupt? Wie sieht das mein Arbeitgeber?

Sollte ich mich dafür entscheiden, würde dies auch einen erheblichen Aufwand von meiner Seite bedeuten. Rhetorik- und Präsentationstechnik-Seminare, Sprachkurs (um noch deutlich sicherer im gesprochenen Englisch zu werden) und natürlich der Aufwand, um die neue Spezialisierung auch auszubauen.


Mittlerweile ist ein Tag vergangen. Ich sitze nun nicht mehr in der Hotelbar, sondern im Hotelzimmer auf dem Bett, das Macbook auf dem Schoß. Im Hintergrund läuft Lazerhawk – A Promise. Das erinnert mich an Urbanität, Hochhäuser bei Nacht, auf dem Highway durch die Großstadt. So wie in Tokyo. Szenen aus „Drive“ kommen mir in den Sinn. Es bringt mir eine gewisse Ruhe. Ruhe, die mich nachdenklich und melancholisch werden lässt.

Dieser Aufwand bedeutet, dass ich viel Zeit investieren muss. Gestern und heute habe ich gemerkt, wie langweilig es doch ist, wenn man alleine unterwegs ist, da mein Kollege beschäftigt war. Ich musste also alleine los, um etwas Sightseeing zu betreiben. Da fängt man darüber nachzudenken, wie das in Zukunft aussehen soll. Und wie passt das mit der neuen Route und dem damit verbundenen zeitlichen Aufwand zusammen?

Ich bin eigentlich nicht bereit, Abstriche in der Qualität meiner Arbeit zu machen. Ich merke sofort, wenn ich diese vernachlässige und fühle mich dann schuldig, dass ich nicht die volle Leistung erbracht habe. Ich habe dann das Gefühl, meinem Team und meinen Kollegen nicht gerecht zu werden, zumal ich auch hohe Ansprüche an sie habe. Wenn ich nun nicht den hohen Ansprüchen gerecht werden kann, wie kann ich dann eben genau dieses von ihnen verlangen? Ich muss mit gutem Beispiel vorangehen. Muss ihnen zeigen, dass man viel Arbeit in seinen Beruf stecken muss, wenn man es zu etwas bringen will.

Aber ich werde nicht umhin kommen, eben genau da Abstriche machen zu müssen, wenn ich in Zukunft nicht weiterhin alleine das Leben bestreiten will. Freunde habe ich natürlich. Aber da werden dann auch die Kinder irgendwann dazukommen und dann wird es auch für mich schwieriger werden, diese zu treffen und mit ihnen etwas zu unternehmen. Da wäre es schon schön eine Partnerin an der Seite zu haben, die einem den Rücken stärkt, verständnisvoll ist und mit der man einfach gerne Zeit verbringt und die gemeinsame Geschichte schreiben kann.

Wie schafft man das? Ich weiß es noch nicht. Ehrgeiz ist mein Damoklesschwert und wird mir zum Verhängnis werden, wenn ich diesen nicht etwas drosseln kann, um mich auch noch anderen Bereichen meiner Zukunft zu widmen.

Zumindest kann ich aktuell auf einen kleinen Hoffnungsschimmer am Horizont blicken. Wer weiß schon, was die Zukunft bringen wird. Heute und morgen wird mir Zypern noch reichen müssen. Dann muss ich zurück in die Realität.