sich in den Arsch treten

Trainwreck

Trainwreck

75,6 kg. So viel wiege ich im Moment. Das gibt mir zu denken. Bei einer Größe von 174 cm ist das kein Weltuntergang, entspricht aber so gar nicht dem, was ich gerne hätte. An sich wäre das Gewicht auch kein Problem, wenn da ein großer Muskelanteil dabei wäre. Wenn ich mir mich so ansehe, dürfte das aber nicht der Fall sein. Das Gewicht wird schnell wieder runtergehen. Die letzten Tage waren mit etwas…. nun… „übermäßigem“ Genuss vollgepackt. Deshalb ist der Wert eher temporär.

Dennoch spiegelt es ein ganz grundsätzliches Problem wieder: fehlende Motivation. Noch vor gut zwei Jahren habe ich so regelmäßig Sport gemacht, dass da nicht viel Platz für großartige Fettreserven war. Noch vor gut einem Jahr habe ich abends nach der Arbeit noch an eigenen Projekten gearbeitet. Das mache ich seit ungefähr zwei Monaten so gut wie nicht mehr. Eben nur noch das Nötigste. Sport taucht auch eher sporadisch im täglichen Leben auf.

Meine Motivation bröckelt schon seit geraumer Zeit.

Beruflich frustriert mich, wenn Dinge nicht so schnell gehen, wie ich sie gerne hätte. Es frustriert mich, wenn ich das Gefühl habe, dass Themen nicht mit der Ernsthaftigkeit verfolgt werden, die ihnen zukommen sollte. Es frustriert mich zu merken, dass ich nicht all diese Themen selbst abdecken kann. Es frustriert mich, dass ich trotzdem versuche, die Themen voranzutreiben aber zu wenig Nährboden dafür vorfinde.

Ja, meine Motivation droht komplett zu zerbröseln. Meine Frustration entwickelt sich dabei prächtig und führt zu Lethargie.

75,6 kg… untragbar für mich.

Nein, eigentlich ist es gar nicht so schlimm, wie es sich bisher anhören mag. Es gibt Lichtblicke. Es gibt viel Gutes auf der Arbeit, das eigene Projekt geht voran (wenn auch schleppend) und ich kann mich jetzt fast vollständig auf UX (User Experience) konzentrieren und daran arbeiten, den gesamten UX-Prozess weiter voranzutreiben und weiter zu integrieren und zu verankern. Der Arbeitsaufwand ist enorm und es fällt manchmal schwer, noch noch den Überblick zu bewahren und zu verstehen, welcher nächste Schritt am sinnvollsten ist. Aber es ist eine Herausforderung und die hat mir ja schon länger gefehlt.

Aber alles hängt irgendwie eben auch an meiner Fitness. Ohne Fitness fühle ich mich nicht so gut, fühle mich kraftlos und müde – geradezu antriebslos. Fitness ist wichtig und sollte für jeden wichtig sein. Ein gesunder Körper ist unser aller einziges echtes Kapital. Der Geist dient selbstverständlich als Grundlage für einen gesunden Körper. Wenn man sich so aktuell die braune Gülle (https://youtu.be/aDPOM2oX9yk) anschaut, die heimlich Einzug in die deutsche Gesellschaft erhält, wünscht man sich bei vielen, dass sie wesentlich mehr in ihren Geist investiert hätten.

75,6 kg… das kann so nicht bleiben.

Es ist ja eben nicht das Gewicht, das so störend ist. Das Gewicht ist nur ein Symptom davon, dass ich irgendwie eingeschlafen bin. Ich bin müde, komme morgens nicht mehr raus, habe Probleme mich zu motivieren. Es fällt mir schwer den genauen Grund dafür zu finden. Es werden wohl mehrere sein. Aber da muss sich dringend etwas ändern.

Wieso schreibe ich das hier überhaupt? Ist doch öffentlich und dann weiß jeder Leser plötzlich etwas relativ persönliches über mich. Ja, die Gefahr besteht wohl, dass Leute sich darüber lustig machen oder ihr Bild von mir ändern. So persönlich ist das aber gar nicht. Was ich hier beschreibe ist etwas, das mit Sicherheit viele so oder in ähnlicher Art empfinden, empfunden haben oder noch werden. Zum einen setzt mich dieser Blogpost etwas unter Druck, damit sich etwas ändert. Zum anderen zeigt es doch einfach, dass bei jedem mal die Batterien leer sind – ob nun körperlich, geistig oder beides. Mir persönlich hilft es, solche Dinge auszuformulieren um genauer über ein Thema nachzudenken. Vielleicht sollten das mehr Leute machen. Andere Leute sollten besser gar nichts ins Internet stellen. Aber das ist ein anderes Thema.

Fitness auf Overdrive, Gewicht reduzieren und Drive aufnehmen

Also ab sofort wieder regelmäßig Sport. Das stimmt nicht ganz, da ich schon letzten Mittwoch damit angefangen habe. Aber auf die paar Tage kommt’s jetzt auch nicht an. Nein, das ist keine Neujahrsresolution. Die kann man sich nämlich gepflegt sparen. Es geht hier um eine grundsätzlich Einstellungssache.

Folgendes sieht mein aktueller Trainingsplan vor:

1. Tägliche 5 min Plank Challenge

Täglich für 5 Minuten Planks in unterschiedlichen Variationen durchführen – morgens, abends oder tagsüber ist dabei eigentlich egal. Die Plank Challenge besteht dabei aus folgenden Übungen:

  1.  Up and Down Plank (1 Minute)
  2. Plank Mountain Climber (30 Sekunden je Seite)
  3. Side Planks (30 Sekunden je Seite)
  4. Shoulder Taps (1 Minute im Wechsel)
  5. Superman Plank (1 Minute im Wechsel)

Hört sich erstmal nach nicht viel an, aber man merkt’s. Dabei soll es ja auch nur als tägliche Übung neben dem eigentlichen Training gelten. Und wer andere Planks machen will, kann das auch. Ich wechsel da auch die Übungen, wie sie mir gerade einfallen.

2. DAREBEE Assassin Training

Ja, hört sich erstmal cool an, oder halt völlig überzogen. Aber ich muss sagen, ich bin froh, dass ich über DAREBEE gestolpert bin. Ich finde das Konzept äußerst ansprechend. Darüber hinaus ist alles kostenlos. Über eine Spende freuen sie sich aber trotzdem. Es werden zwar nicht alle Übungen erklärt, aber das finde ich auch nicht wichtig, da man sich Erklärungsvideos immer auch auch Youtube suchen kann., wenn man nicht weiß, wie eine Übung genau durchzuführen ist.

Da ich nun also Gewicht verlieren will, habe ich mir dort das Assassin Training als Workout Plan ausgesucht. Dazu kann man sich dann auf der Seite noch entsprechende Workouts aus diversen Kategorien, wie z.B. HIIT, Combat Training und Strength aussuchen. Auf die Art bleibt das Assassin Training variabel und wird nicht so schnell langweilig.

Das ganze erweitere ich teilweise dann noch um ein paar Kraftübungen, wie beispielsweise Dips oder Push-ups.

Nur der Anfang

Das ist so schon alles schön und gut. Jetzt hoffe ich nur, dass ich das auch so durchziehen kann. Ich halte mir auf jeden Fall offen, Workouts zu schieben, falls es zeitlich oder wieso auch immer nicht geht. Bedeutet aber, dass ich dann einen Tag später wieder ran muss. Außerdem darf ich natürlich nicht jedes Workout verschieben. Aber manchmal passt es eben einfach nicht und da muss man auch realistisch bleiben.

Darüber hinaus werde ich mich morgens jetzt auch wieder früher rausquälen, damit die Tage auch wieder sinnvoller genutzt werden können.

Alles nicht so einfach. Alles nicht optimal. Aber letztlich muss man eben auch was dafür tun, wenn man etwas haben will.

 

Foto von Scott Webb auf Unsplash.com

Wie man eine Angewohnheit ändern kann

Wie man eine Angewohnheit ändern kann

Ich habe letztens ein sehr nettes Schaubild dazu gefunden, wie man eine Angewohnheit am besten ändern kann, sollte man das wollen. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, das ganze in die deutsche Sprache zu übersetzen und grafisch etwas aufzumotzen. Ja, hier und da hätte ich noch etwas genauer arbeiten können. Aber der zeitliche Aufwand dafür war doch viel höher als erwartet. Da hätte ich schon fast einen ganzen Artikel schreiben können. Ich fand es aber zu gut, um es euch vorzuenthalten.

Schaubild zum Thema: Wie man eine Angewohnheit ändern kann

Hier noch das Originalbild zum Vergleich (Quelle:http://charlesduhigg.com/flowchart-for-changing-habits/)

How to change a habit

 

Der kreative Teufelskreis

Der kreative Teufelskreis

Wer in irgendeiner Weise eine kreative Tätigkeit ausübt, kennt das Problem: eigentlich gute Ideen werden nicht umgesetzt. Sie werden nicht deshalb nicht umgesetzt, weil es sich um keine tollen Ideen handelt, sondern weil man sich während der Umsetzung dann schon mit einer neuen Idee anfängt zu beschäftigen und dann lieber diese umsetzt. Allerdings wird dann diese neue Idee auch wieder durch eine neue abgelöst. Kreative haben oft das Problem, dass sie sich nicht auf die Umsetzung konzentrieren wollen (ich benutze hier explizit nicht „können“). Grund dafür ist einerseits, dass man sich gerade im kreativen Bereich gerne damit brüstet, unkoordiniert und ohne Plan seinen Neigungen nachzugehen und andererseits, weil die Umsetzung einer Idee leider oft mit sehr langweiligen Themen, wie z.B. Team-Management und Logistik zu tun hat.

 

Was kann man aber gegen dieses Problem machen? Letztlich muss man sich davon lösen, ohne eine gewisse Struktur in seinem kreativen Leben vorankommen zu wollen. Man muss sich darüber im klaren sein, dass man ein System braucht, um gezielt Ideen umzusetzen. In einem solchen System lässt man aber auch immer Zeit für Kreativität. Schließlich will man seine Kreativität ja nicht unterdrücken, sondern diese gezielt neben Umsetzungsprozessen erhalten.

 

Wie man das für sich selbst am besten aufzieht, bleibt jedem selbst überlassen. Ob man nun unzählige Zettel an die Wand hängt, ein Notizbuch mit einem System aufbereitet oder mit einer digitalen Lösung arbeitet, macht letztendlich keinen Unterschied. Wichtig ist nur, dass man alles im Leben in Projekte und Aufgaben aufteilt, diese priorisiert und innerhalb der jeweiligen Projekte in unterschiedliche Kategorien für dringende, wichtige und unwichtige Aufgaben und Referenzen und Ideensammlungen unterteilt.

 

Nehmen wir das Beispiel Wohnungsrenovierung. Auch hierbei handelt es sich um ein Projekt, das im Alltag neben der Arbeit und Familie irgendwie noch Platz finden muss. Ob die Wohnungsrenovierung nun wichtiger oder unwichtiger als bspw. die Erstellung eines neuen Gemäldes ist, muss man hierbei für sich entscheiden. Innerhalb des Projekts „Wohnungsrenovierung“ gibt es aber unterschiedliche Aufgaben mit unterschiedlichen Prioritäten. Das Wohnzimmer muss neu gestrichen werden, die Armatur im Bad muss ausgetauscht werden, weil sie nicht mehr dicht ist und in der Küche soll ein neuer Boden rein. Außerdem gibt es da noch eine Webseite mit einer tollen Idee für ein Muster, das man im Wohnzimmer noch an einer Wand anbringen könnte. Letztens kam einem auch noch die Idee zu einer selbstgezimmerten Deckenbeleuchtung, die sich gut in der Küche machen würde.

 

Die Punkte könnte man nun wie folgt aufteilen:

Projekt „Wohnungsrenovierung“: hohe Priorität

Aufgaben:

  • Farbe festlegen und kaufen
  • Armatur auswählen und kaufen
  • Art des neuen Bodens für die Küche auswählen
  • Küchenboden ausmessen
  • Bodenbelag kaufen
  • Wohnzimmer streichen
  • Armatur austauschen
  • Boden in der Küche herausreißen
  • Neuen Boden verlegen

Referenzen:

  • Homepage-Link zur Webseite mit dem möglichen Muster fürs Wohnzimmer

Ideen:

  • Selbstgezimmerte Deckenbeleuchtung aus Holz mit indirektem Licht an die Decke. Rechteckige Holzplatte. Dunkles Holz.
  • Muster an einer Wand im Wohnzimmer anbringen (siehe Referenzen)

Projekt „Neues Gemälde“: mittlere Priorität

Hier könnte man nun ebenfalls die einzelnen Schritte als Aufgaben auflisten. Das spare ich mir an der Stelle. Ich denke, das Prinzip ist klar.

 

Die einzelnen Aufgaben sollte man dann ebenfalls mit Prioritäten versehen und nie mehr als 5 Aufgaben gleichzeitig laufen haben. Also die fünf wichtigsten Aufgaben heraussuchen und diese bewältigen. Zu viele Aufgaben gleichzeitig und man wird von der Masse an Aufgaben wieder überwältigt. Wenn eine davon fertiggestellt wurde, kann man eine weitere hinzufügen. Darüber hinaus gilt: Alles was man in maximal 2 Minuten erledigen kann, erledigt man sofort. Da man ja auch gut eine Minute benötigt, um eine Aufgabe aufzuschreiben, kann solche Aufgaben auch direkt erledigen.

 

Durch die Aufteilung in Projekte und Aufgaben hat man nicht immer das gesamte Projekt vor Augen, das einen aufgrund der Größe auch durchaus mal regelrecht paralysieren kann und kann so Schritt für Schritt vorangehen, was den netten Nebeneffekt hat, dass man durch das Abhaken der einzelnen Aufgaben auch das Gefühl hat voranzukommen und dadurch motivierter bleibt.

 

Ideen kann man sammeln bis man Zeit dafür hat, diese nochmals anzuschauen und zu entscheiden, ob diese tatsächlich Sinn ergeben oder nicht. Aber auch hier sollte man sich zur Regel machen, zumindest ein Mal pro Monat die Ideen durchzugehen, damit sich nicht zu viele ansammeln. Referenzen dienen als Ergänzung zu den Aufgaben und Ideen und können ggf. dann auch gestrichen werden.

 

Dabei handelt es sich jetzt natürlich nur um ein mögliches System zur Ideenumsetzung, das übrigens grundsätzlich auf der Action Method von Scott Belsky von Behance basiert. Ich habe hier auch nur mal das ganz grobe Prinzip der Methode aufgeführt. Wer Interesse daran hat, sollte sich das Buch „Making Ideas Happen“ besorgen. Sehr lesenswert.

 

Kreativität ohne eine zielgerichtete Umsetzung von Ideen birgt die Gefahr, dass man anfangs zwar sehr euphorisch an neue Ideen herantritt, dann aber schnell die Lust daran verliert, weil die Umsetzung weit weniger interessant ist, als die Entwicklung einer Idee. Nach einer gewissen Zeit können neue Ideen zusätzlich ablenken und führt dazu, dass bereits angefangene Ideen dann doch zugunsten neuer liegen lässt. Das große Problem hierbei ist natürlich, dass man so nie auch nur eine einzige Idee in die Tat umsetzen kann. Deshalb sollte sich jeder kreative Kopf zusammenreißen und ein System zur Umsetzung von Ideen aufbauen. Es geht zu keiner Zeit darum, ob man sich mit der weniger spannenden Umsetzung von Ideen auseinandersetzen kann, als vielmehr ob man es will.

 

Bei all den möglichen Techniken, wie man seinen Arbeitsalltag und sein Leben organisiert, zählt deshalb vor allem eine Sache: Disziplin. Wer nicht diszipliniert an seine Ziele herangeht, wird kaum etwas zustande bringen. Man kann auch mal Glück haben, aber darauf sollte man sich nun wirklich nicht verlassen.

Projekt Morgenmensch: Ein Selbstversuch

Projekt Morgenmensch: Ein Selbstversuch

„Morgenstund hat Gold im Mund“ besagt die gute alte Weisheit, die wohl den meisten geläufig sein sollte. Ich denke, das ist totaler Schwachsinn. Biorhythmen sind je nach Person unterschiedlich und so kann es eben sein, dass man gerade morgens eher Mundstuhl als Gold im Mund hat und so gar nichts auf die Reihe bekommt. Effektives Arbeiten praktisch nicht möglich. Nun bin ich aber wie so viele durch die Arbeit dazu gezwungen doch schon früh morgens aufzustehen und zu eben jener zu gehen. Das mache ich nun schon seit geraumer Zeit und habe dadurch natürlich auch meine Schlafzeiten bis zu einem gewissen Grad angepasst.

 

War es früher noch schwierig für mich überhaupt vor 1-2 Uhr ins Bett zu gehen, bin ich mittlerweile doch schon so weit, dass ich mich gegen 23-24 Uhr aufs Ohr haue. Das hat auf jeden Fall dazu geführt, dass ich zwar immer noch der Meinung bin, dass der Biorhythmus eines jeden Menschen anders verläuft, ich aber dennoch in Frage stelle, ob es nicht doch möglich ist, diesen Biorhythmus durch gezieltes Training umzuprogrammieren.

 

Ich bin kein Morgenmensch und es ist fraglich, ob ich jemals einer werde, aber ich sehe auch die Vorteile, wenn man schon früh morgens wach ist und so der gesamte Tag zur Verfügung steht. Darum und auch vor allem nachdem ich den Artikel „Become a Morning Person“ von Sasha VanHoven auf 99u.com gelesen hatte, will ich mich jetzt auch diesem Experiment unterziehen.

 

Ich habe die simplen Regeln vom Originalexperiment geringfügig modifiziert:

  1. Jeden Morgen um 6:30 Uhr aufstehen.
  2. Kein „Snooze“ Button. Wenn man aufwacht, wird aufgestanden.
  3. Nicht später als 23:30 Uhr ins Bett. Das wird schwierig, aber man kann’s ja mal versuchen. Eigentlich müsste ich spätestens 22:30 Uhr ins Bett, damit ich meine 8 Stunden Schlaf bekomme. Da werde ich aber sukzessive dran arbeiten.

 

Über besagten Artikel wurde ich auch wieder auf das Wake-Up Light von Philips aufmerksam. Ich hatte davon zwar schon vor Jahren gehört, dieser Nachttischlampe aber nie wirklich Beachtung geschenkt. Da es aber im Winter merklich schwerer ist, mit Sonnenlicht in den frühen Morgenstunden aufzuwachen und ich die letzten Wochen auch gemerkt habe, dass ich durch meinen Wecker ganz übel aus dem Schlaf gerissen werde, musste ich mir so eine Lampe jetzt anschaffen. Keine ganz günstige Anschaffung, aber ich will hoffen, dass es mir morgens hilft, leichter und von alleine aufzuwachen. Grundsätzlich macht das Wake-Up Light nichts anderes, als eine halbe Stunde vor der Weckzeit die Lampe ganz leicht immer heller werden zu lassen bis sie dann richtig hell leuchtet, sobald man aufstehen muss. Zur Sicherheit ertönt zur Weckzeit dann auch noch Vogelgezwitscher, oder alternativ ein Wecksignal oder Radio. Ziel ist aber, dass man durch das langsam ansteigende Lichtintensität, selbst aus dem Schlaf erwacht und dadurch wesentlich einfacher aus dem Bett kommt. Ich habe mir dazu das Philips Wake-Up Light HF3470/01 besorgt, da es noch zu den preisgünstigen Modellen gehört und man den Halogenstrahler auch noch selbst austauschen kann. Spätere Modelle muss man an Philips einsenden, sollte die Lampe nicht mehr funktionieren. Die Politik, die Philips damit fährt, lasse ich an dieser Stelle mal unkommentiert. Das oft in Bewertungen auf Amazon.de genannte Brummen der Lampe während das Licht immer heller wird, hat sich bei mir übrigens nicht eingestellt. Vielleicht lag es an einem defekten Halogenstrahler in der Lampe.

 

Gestern und heute habe ich die Lampe schon benutzt und bin doch überrascht, wie gut das funktioniert. Am ersten Morgen musste mich noch das Vogelgezwitscher aus dem Schlaf holen. Aufstehen fiel mir aber trotzdem schon leichter als mit meinem normalen Wecker. Heute morgen bin ich durch das Licht schon 9 Minuten vor der eigentlichen Weckzeit aufgewacht und ich hab mich nicht gefühlt, als hätte man mich gerade im Tiefschlaf mit dem Zug überrollt. Ich war nicht extrem wach und bin auch nicht direkt aufgesprungen um die Welt zu umarmen. Aber ich hatte keine Probleme aufzustehen. Nach zwei Tagen schon ein gutes Ergebnis.

 

Das eigentlich Experiment selbst beginnt am Montag. Dann werde ich den Artikel täglich damit aktualisieren, wie es mir so erging. Ich bin gespannt, ob ich zum Morgenmensch mutiere und tatsächlich die Tage besser nutzen kann oder ob es mich vollkommen fertig macht und ich doch einen anderen Weg einschlagen muss. Mein Ziel des Experiments ist es, die Tage besser nutzen zu können und so Projekte schneller voranzubringen und meinen Lebenszielen schneller näher zu kommen. Man darf gespannt sein.

 

Update 1:

Gestern pünktlich auf 23:30 Uhr ins Bett gegangen. Leider war mein Schlaf sehr schlecht und ich bin ständig aufgewacht. Deshalb fiel mir dann das Aufstehen auch ziemlich schwer, so dass mich dann das Vogelgezwitscher vom Wake-Up Light letztlich aus dem Schlaf holen musste, obwohl ich vorher schon durch das Licht kurzzeitig wach war. Ein durchwachsenes Ergebnis, aber bedingt durch den schlechten Schlaf wohl nicht anders zu erwarten. Das wird sich morgen schon ganz anders darstellen, hoffe ich.

 

Update 2:

Gestern um 22:49 Uhr das Licht ausgemacht und dann 9 Minuten (interessanterweise hatte ich das ja genauso schon vor zwei Tagen) vor der eigentlichen Weckzeit durch das Wake-up Light aufgewacht. Ich bin zwar noch einige Minuten liegengeblieben, hab aber währenddessen schon mal ein paar Mails und aktuelle Meldungen im Internet durchforstet. Aufstehen war sehr viel angenehmer als bisher ohne den Lichtwecker und ich konnte auch noch in Ruhe duschen und Frühstück machen. Bisher bin ich sehr zufrieden mit dem Experiment. Ich merke aber auch, dass ich abends deutlich früher müde werde, was ich jetzt noch in Einklang mit dem abendlichen Sport bringen muss. 

 

Update 3:

Da bin ich gestern mal viel zu spät ins Bett gegangen (23:49 Uhr) und das hat sich natürlich dadurch gerächt, dass ich heute erst richtig aufgewacht bin, als der Weckton losging. Bedingt dadurch bin ich jetzt heute auch nicht wirklich fit. Naja, selbst Schuld.

 

Update 4:

Gestern kurz vor 23 Uhr ins Bett gegangen und heute 8min vor der Weckzeit durchs Licht aufgewacht. Doch, ich bin eigentlich jetzt schon überzeugt davon, dass das Wake-up Light ziemlich nützlich ist. Und was die Umstellung auf Morgenmensch angeht: Wirklich fit bin ich morgens jetzt nicht, aber bisher sind ja lediglich vier Tage vergangen. Da ist noch nicht so viel zu erwarten, denke ich. Da geht noch was.  

 

Update 5:

Heute morgen bin ganz schwer rausgekommen und hab auch direkt 30 Minuten überzogen. Schätze, ein Morgenmensch wird man kaum in 5 Tagen. Ich werde aber weiterhin versuchen das durchzuziehen. Gewohnheiten stellen sich ja frühestens nach einem Monat ein. Deshalb wird nur ein Langzeittest zeigen, ob man tatsächlich zu einem Morgenmensch werden kann. Ich würde es aber trotzdem jedem empfehlen auszuprobieren. Man kann die Tage definitiv anders und mitunter wirklich besser nutzen. Nach nur 5 Tagen ein gutes Ergebnis für mich, das mich positiv stimmt.

Langfristiges Denken

Langfristiges Denken

Wer kennt das nicht?: Man hat ein Problem und sieht eine einfache und schnelle Lösung. Die wird dann natürlich sofort genommen, weil man in der Regel zu faul ist oder sich nicht die Zeit nehmen will, die richtige Lösung zu wählen, die aber oftmals den unangenehmen Nebeneffekt mitbringt, dass man sich anstrengen muss.

 

Ja, wir sind doch alle im Grunde faul. Paradebeispiel ist hierfür der Sport. Jeder will gerne abnehmen, aber nachdem man sich ein bis zwei Mal daran gewagt hat, merkt man sehr schnell, dass das doch schon ganz schön nervig sein kann. Dann kommen die ganzen Ausreden mit „Ich habe keine Zeit.“, „Ich bin zu erschöpft von der Arbeit.“, „Ich kann das nicht.“ oder „Ich muss jetzt aber noch (hier ein völlig unwichtige Tätigkeit einfügen) machen.“. Alles nur Ausreden!

 

Ich arbeite als Web Designer schon verhältnismäßig viel. Wenn ich dann abends nach Hause komme, kann ich aber bei bestem Willen nicht einfach die Füße hochlegen und nichts tun. Lebensmitteln wollen eingekauft und Abendessen als auch Mittagessen fürs Büro müssen noch vorbereitet werden. Teilweise braucht dann auch noch jemand Hilfe bei einem PC- oder Webseitenproblem im privaten Umfeld oder es muss noch eine E-Mail verfasst werden. Das alles kostet Zeit, muss aber auch gemacht werden. Die Simpsons um 18:10 Uhr gönne ich mir noch, aber das wars dann auch.

 

Bäm….schon 21 Uhr. Da hat man natürlich keine Lust mehr etwas zu machen. Ist ja schon viel zu spät. Aber das stimmt einfach nicht. Bevor ich mich auf die Couch haue und nichts mache, steig ich lieber nochmal kurz in meine Sportschuhe und mache noch 30-60min Fitnesstraining – und das nach Möglichkeit sogar jeden Tag. Ja, auch ich habe so meine Tage, an denen ich einfach keine Lust mehr habe, wieder Sport machen zu müssen und setz mich lieber vor die PS3 und spiele ein Videogame oder lese mir noch ein paar Artikel aus der Web Design Welt durch. Aber das ist in der Tat selten.

 

Aber was will ich damit eigentlich sagen? Ich schweife ab. Fakt ist: Jeder hat zumindest 30min am Tag Zeit, Sport zu machen. Es geht nur darum, dass man sich das Ziel vor Augen halten und dieses mit Bestimmtheit verfolgen muss. Ein halbwegs gesunder Körper ist nicht mal eben so zu erreichen. Dazu benötigt es eine langfristig angelegte Änderung des Lebenswandels. Ich sage nicht, dass man nicht mehr mit Freunden in die Kneipe gehen oder sich die Pizza reinschieben darf. Man muss aber im großen und ganzen einfach gezielter und konsistent an die Sache rangehen. Ernährungsumstellung gehört da natürlich ganz essenziell dazu. Darauf will ich hier aber noch nicht mal eingehen. Das würde den Rahmen jetzt sprengen. Da kann ich ja mal noch einen anderen Artikel zu schreiben.

 

Ich wollte doch aber auf das Problem eingehen, dass man oft lieber den einfachen Weg geht, als sich mit dem langfristig gesehen besseren Weg auseinanderzusetzen.

 

Mir begegnet oft der Fall, dass jemand ein Problem in der Bedienung des Webs oder damit verbundenen Systemen hat und sich dann an mich wendet, damit ich das „Problem“ löse. Das ist beim ersten Mal noch in Ordnung. Problematisch wird es, wenn ich mir dann die Zeit nehme, nicht nur das „Problem“ zu lösen, sondern auch noch ausführlich zu erklären, wie man es das nächste Mal auch selbst einfach lösen kann. Der Hintergedanke ist natürlich, dass diejenige Person in Zukunft selbstständig solche Probleme lösen und unabhängig von mir agieren kann. Ich verdiene zwar mein Geld mitunter mit solchen Dingen, aber ich bin niemand, der den Leuten das Geld für Dinge gerne aus der Tasche zieht, die sie mit etwas Anstrengung auch problemlos selbst machen könnten.

 

Hier kommt jetzt wieder die bereits erwähnte Faulheit ins Spiel.Nicht jeder hat Lust dazu, sich mit solchen technischen Themen auseinander zu setzen und nicht jeder hat so einen Draht zu diesen Dingen wie beispielsweise ich ihn habe. Aber einfache Tools im Web nicht bedienen zu können, ist heutzutage einfach kaum noch akzeptabel. Einfachste Vorgänge muss man einfach beherrschen. Vor allem dann, wenn man auch noch selbst im Web tätig ist. Da kann man sich nicht ständig jemanden ins Haus holen oder jemand anderen diese Arbeiten verrichten lassen (es sei denn, man hat natürlich ausreichend Geld). Man muss schon auch mal Eigeninitiative beweisen und sich mal ein paar Minuten am hinsetzen und sich mit diesen Dingen beschäftigen.

 

Die Einstellung im Kopf muss sich ändern. Kein Lust zu haben oder davon genervt zu sein, ist keine Entschuldigung und schon gar nicht der richtige Weg, an die Sachen heranzugehen. Schon gar nicht, wenn man sich gerade mal einen immer selben Ablauf von ca. 8 Klicks merken muss, da der Rest schon automatisiert wurde. (Ok, das ist jetzt ein spezielles Beispiel aus meinem Erfahrungsschatz. Da passt natürlich jedes anderes Beispiel mit einer Schwierigkeitsstufe von 8 simplen Klicks).

 

Wenn ich mir einen neuen Fernseher anschaffe, dann rufe ich ja auch nicht ständig jemanden an, um den Kanal zu wechseln. Wenn ich den Fernseher dazu benutze, um meine Arbeit darauf zu präsentieren und damit mein Geld verdiene, muss ich das selbst beherrschen. Ich muss die Farbeinstellungen nicht bis ins letzte Detail einstellen können, aber ein Fernsehkanalwechsel sollte schon möglich sein.

 

Ich will hiermit eigentlich nur an alle appellieren: Entwickelt euch weiter und bleibt nicht stehen, nur weil ihr euch damit herausredet, dass ihr etwas nicht könnt oder weil ihr gerade keine Lust darauf habt. Fangt an langfristig zu denken und nicht nur das kurzfristige Ziel vor Augen zu haben.